Jod

Jod gehört zu den Spurenelementen und ist wichtig für die gesunde Funktion der Schilddrüse. Der menschliche Körper enthält 10-20mg Jod. Ungefähr die Hälfte ist in der Schilddrüse gebunden, die verbleibenden 50% befinden sich frei verfügbar im Raum zwischen den Zellen (Intrazellulärraum).

Welche Aufgaben hat Jod im Körper?

Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone und dadurch an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Der Grundumsatz, die Körpertemperatur, der Kohlenhydratumsatz und der Fettabbau werden über diese Hormone angeregt, außerdem wird die normale Reifung und Entwicklung des Nervensystems, aber auch die der Knochen und anderer Gewebe über die Schilddrüsenhormone gesteuert.

Wie viel Jod am Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Zufuhr von 200µg Jod/Tag. Ein Mehrbedarf besteht während Schwangerschaft und Stillzeit.

Welche Lebensmittel enthalten Jod?

Deutschland ist ein Jodmangelland. D.h. in den Böden finden sich nur geringe Mengen an Jod. Jod kommt zwar in allen Lebensmitteln vor, jedoch nur in minimaler Konzentration. Größere Mengen sind in Meeresprodukten enthalten. Gute Jodquellen mit ca. 140µg Jod pro 100g Lebensmittel sind Schellfisch, Seelachs, Scholle, Kabeljau. Zur Mangelprophylaxe ist es in Deutschland seit 1993 erlaubt, jodiertes Speisesalz für den Haushalt (15-25µg Jod/g) und auch in industriell gefertigten Lebensmitteln wie Backwaren, Wurst, Käse und Fertigprodukten einzusetzen.

Was passiert bei einem Jod-Mangel?

Ernährungserhebungen zeigen, dass die empfohlene tägliche Jodmenge in Deutschland bei weitem unterschritten wird. Es bestehen allerdings starke regionale Unterschiede. Die Mangelversorgung tritt eher im Süden auf, da hier weniger Fisch gegessen wird als im Norden. Häufigste Folge eines Jodmangels ist der Kropf. Er entsteht, wenn durch den Jodmangel zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet werden. Die Schilddrüse wächst daraufhin, um das Defizit zu kompensieren. Erst in fortgeschrittenem Stadium ist der Kropf sichtbar. Das wuchernde Schilddrüsengewebe kann zu Schluck- und Atembeschwerden führen. Die Folgen der Unterversorgung sind schwerwiegend, besonders bei Neugeborenen. Es beginnt mit Verstopfung und Trinkfaulheit, später treten Wachstumsrückstand und Störungen des zentralen Nervensystems auf. Es entsteht ein sogenannter Kretinismus. Dabei ist neben Skelettmissbildung (verkürzte Extremitäten, Minderwuchs), Sprachstörungen, Schwerhörigkeit, die verzögerte geistige Entwicklung von besonderer Bedeutung.

Die vermehrte Verwendung von jodiertem Speisesalz hat die Versorgungssituation in Deutschland in den letzten 20 Jahren erheblich verbessert. Die WHO (Welt Gesundheitsorganisation) hat Deutschland von der Liste der Jod-Mangelländer gestrichen. Jedoch liegt die Versorgung immer noch im unteren wünschenswerten Bereich.

Zu viel Jod?

Eine Überversorgung kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Die Toxizität von Jod ist jedoch gering, so dass die Welt-Gesundheits-Organisation eine langfristige Aufnahme von bis zu 1mg als ungefährlich ansieht. In Deutschland besteht kein Risiko für eine Überversorgung.