Gedächtnis und Gehirnakrobatik: Das Schwächeln der grauen Zellen ist kein Phänomen unserer Zeit: Schon die griechischen Redner im fünften Jahrhundert vor Christus kannten spezielle Tricks, um sich bei langen Vorträgen nicht zu verzetteln. Ganz ähnliche Techniken entwickelten buddhistische Mönche, um ihre langen religiösen Texte zu behalten.

Hier die wichtigsten Methoden der Erinnerungstechnik (Mnemotechnik)

Merktipps für Namen und Zahlen: Viele Menschen haben Probleme dabei, sich Namen oder wichtige Telefonnummern zu merken. Hier die besten Methoden, um sich die Namen- und Nummernvielfalt mit Hilfe vom Gedächtnis und Gehirnakrobatik einzuprägen:

Merkwörter (Akronyme): Sie sind in einen Sportklub eingetreten und wollen sich die Namen der anderen Mitgieder einprägen. Bilden Sie aus den Anfangsbuchstaben der Namen ein Merkwort. Aus den Namen Karl, Eduard, Gustaf, Elfriede, Luise und Norbert entsteht so das Merkwort “Kegeln”.

Räumliche Vorstellung: Auch die räumliche Vorstellung kann Ihnen dabei helfen, sich neue Namen zu merken. In welcher Reihenfolge saßen sie am Tisch? Wer stand als Erster auf, wer als Letzer?

Zahl-Wort-Kombinationen: Sie treffen einen Freund auf der Straße. Er nennt Ihnen seine neue Telefonnummer, aber Sie haben weder Zettel noch Stift dabei. Das Problem: Zahlenketten merkt man sich nur sehr schlecht. Gedächtnis-Akrobaten verbinden deshalb mit jeder Ziffer ein bestimmtes Merkwort, das einprägsamer ist als die Zahl. Hier Vorschläge für die einzelnen Ziffern:

0 = Ei
1 = Kerze
2 = Schwanenhals
3 = Gabel
4 = Koffer
5 = Hand
6 = Elefant
7 = Fahne
8 = Sanduhr
9 = Schlange

Über diese Merkwörter, die Sie dann mit einer kleinen Geschichte verbinden, können Sie sich die Telefonnummer Ihres Freundes wesentlich leichter merken. Hat er z.B. die 749693, dann könnte die Geschichte lauten: Sie legen eine Fahne in einen Koffer, der von einer Schlange aufgefressen wird. Zum Glück kommt ein Elefant des Wegs und spießt die Schlange mit einer Gabel auf. Gedächtnis und Gehirnakrobatik können auf diese Weise gut verknüpft werden.

Merktipps für komplexe Zusammenhänge

Beim Einkauf nichts vergessen? Bei der Organisation der Betriebsfeier an alles gedacht? Bei der wichtigen Rede auch wirklich nichts übergangen? Das Merken komplexer Zusammenhänge fordert unserem Gehirn das Letzte ab. Hier einige Tipps, um die Informationsfülle durch das Gedächtnis und Gehirnakrobatik zu bewältigen:

1. Eselsbrücken

Wer Informationen in kleine Reime verpackt, kann sie sich leichter merken. “Drei-drei-drei, bei Issos Keilerei”: mit diesem Spruch merken sich Generationen von Schülern, dass Alexander der Große im Jahre 333 vor Christus bei Issos die Perser besiegte. Der Nachteil von Eselsbrücken: Sie sind oft umständlich und bringen die Information nicht in einen sinnvollen Zusammenhang. Wer nur den Spruch kennt, weiß nicht, wer bei Issos gegen wen und warum gekämpft hat.

2. Gedächtnis-Räume

Wenn Sie eine Party veranstalten wollen, haben Sie eine ganze Menge Sachen einzukaufen. Wer keinen Einkaufszettel schreiben will, kann sich seine Liste mit einem Gedächtnistrick der alten Griechen merken: Ordnen Sie in Ihrer Vorstellung alles, was Sie einkaufen wollen, in Ihrem Wohnzimmer an.

Die Schlagsahne kommt z.B. in die Blumenvase, das Kaffeepulver steht auf dem Schrank, der Napfkuchen kommt aufs Fensterbrett zwischen die Blumentöpfe. Wenn Sie im Geschäft dann das so eingerichtete Wohnzimmer vor Ihr inneres Auge holen, vergessen Sie nichts von den Dingen, die Sie einkaufen wollten.

3. Mind-Maps

Ihr Chef erteilt Ihnen den Auftrag, den diesjährigen Betriebsausflug zu organisieren. Damit Sie nichts vergessen, entwerfen Sie eine so genannte Mind-Map: Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie das Wort “Ausflug” in die Mitte. Dann teilen Sie das Blatt mit zwei Strichen in vier Bereiche ein.

In den ersten schreiben Sie alles, was mit der Beförderung der Gäste zu tun hat. Im zweiten Bereich machen Sie Notizen zum geselligen Teil des Ausflugs. In den dritten und vierten Abschnitt notieren Sie alles zum Thema Verpflegung beziehungsweise Finanzen.

Was eng zusammengehört, schreiben Sie auf dem Papier eng zusammen. Sie werden sehen, wie Ihre Planung so Struktur bekommt. Was schon auf dem Blatt steht, erinnert Sie daran, was noch fehlt. Mind-Maps haben sich besonders bewährt, wenn es darum geht, große Mengen an Informationen zu gliedern oder sehr komplexe Abläufe zu planen.

4. Die Forum-Romanum-Methode

In Ihrem Sportverein sollen Sie eine große Festrede halten. Sie müssen die Höhepunkte des vergangenen Vereinsjahrs gebührend würdigen. Keine Kleinigkeit dürfen Sie vergessen. Mit der Forum-Romanum-Methode kommen Sie ohne Spickzettel aus: Ordnen Sie jedem Gliederungspunkt einen Fixpunkt auf Ihrem Weg zur Arbeit zu.

Legen Sie den Weg dann im Geiste zurück, fallen Ihnen die Punkte der Reihe nach wieder ein. Die Methode wurde von den römischen Senatoren erfunden: Sie ordneten die Argumente ihrer Reden einzelnen Punkten auf dem Forum zu, das Sie dann im Geiste durchwanderten.

Gehirnnahrung aus der Apotheke

Damit das Gedächtnis funktioniert, muss es gut durchblutet und mit Nährstoffen versorgt sein. Sonst drohen Gedächtnisprobleme. Mit Präparaten aus der Apotheke können Sie Ihre grauen Zellen unterstützen.


Für bessere Durchblutung

Heilpflanzen wie Ginkgo auch in Kombination mit Mistel und Weißdorn, fördern die Gehirndurchblutung. Sie machen das Blut dünnflüssiger. Außerdem lässt Ginkgo die Gehirnzellen besser mit einem vorübergehenden Mangel an Sauerstoff zurechtkommen. Damit unterstützt die Heilpflanze die Gehirnzellen so, dass sie bei akuten Durchblutungsstörungen nicht zugrunde gehen.

Knochblauch beeinflusst die Blutfettwerte günstig und wirkt damit einer Gefäßverkalkung entgegen. Auszüge beeinflussen die Fließeigenschaften des Blutes positiv. Fischöl-Präparate enthalten Omega-3-Fettsäuren. Diese beeinflussen die Blutfette und beugen einer Gefäßverkalkung vor. Ginseng verbessert die Leistungsfähigkeit des Körpers in Stresssituationen. Moxaverin ist ein synthetischer Stoff mit durchblutungsfördernder Wirkung; es erweitert die Blutgefäße und fördert die Gehirndurchblutung.

Für eine optimale Nährstoff-Versorgung

Gehirnzellen verständigen sich mit Botenstoffen (Neurotransmittern) untereinander. Da diese Botenstoffe extrem kurzlebig sind, müssen sie ständig neu gebildet werden: eine enorme Leistung der Gehirnzellen. Ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen kann die Syntheseleistung beeinträchtigen. Bei Menschen, die sich nicht ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, kann deshalb ein entsprechendes Präparat zur Nahrungsergängung sinnvoll sein.

Besonders wichtige Botenstoffe sind Acetylcholin und die Aminosäure Glutamin. Um dem Gehirn die Bildung von Acetylcholin zu erleichtern, enthalten Präparate zur Stärkung des Gedächtnisses Glutamin und Acetylcholin-Vorstufen wie Phosphoserin, Lecithin, Procain oder Dimethylaminoethanol, meist in Kombination mit Vitaminen oder Heilpflanzen-Extrakten.