Calcium

Calcium gehört zu den Mengenelementen. Beim Mann liegt der Calciumgehalt im Körper bei 900-1.300g und bei der Frau bei 750-1.100g. Fast das gesamte Calcium (99%) ist im Skelett und in den Zähnen gebunden.

Welche Aufgaben hat Calcium im Körper?

Calcium weist verschiedene wichtige Funktionen im Stoffwechsel auf. Allgemein bekannt ist, dass es am Aufbau der harten Körpergewebe wie Knochen und Zähne maßgeblich beteiligt ist. Es ist aber auch Bestandteil der Blutgerinnung und wird für eine störungsfreie Signalübertragung von Zelle zu Zelle, wie der Impulsweiterleitung in den Nerven und zur Muskelkontraktion benötigt. Es ist außerdem Aktivator von bestimmten Enzymen.

Calcium Zufuhr

Calcium, das wir über die Nahrung aufnehmen, wird im Darm resorbiert. Dabei wird bei ausreichender Zufuhr die Hälfte passiv aufgenommen und die andere Hälfte wird aktiv über einen Transportmechanismus in den Körper geschleust. Für die aktive Bereitstellung wird gleichzeitig Vitamin D benötigt. Bei einem Vitamin D Mangel kann es also auch zu einer Unterversorgung mit Calcium kommen, obwohl eigentlich genügend von dem Mengenelement über die Nahrung angeboten wird. Zusätzlich können bestimmte Stoffe in Nahrungsmitteln (z.B. Phytinsäure in Weizenkleie, Oxalsäure in Spinat) Calcium binden und Komplexe bilden, die im Darm nicht aufgenommen werden können.

Wie viel Calcium am Tag?

Es gibt global zwei Empfehlungsmengen. In verschiedenen asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern liegt die empfohlene tägliche Zufuhrmenge bei 400-500mg pro Tag, während die USA und einige europäische Länder eine wesentlich höhere Zufuhr von 1.000 – 1.200mg pro Tag empfehlen.
Deutschland, Österreich und die Schweiz haben sich auf eine gemeinsame Empfehlung (D-A-CH-Referenzwert) geeinigt. Die Calciumaufnahme sollte bei Kindern je nach Altersgruppe zwischen 600 und 1.200mg liegen. Erwachsenen wird eine Aufnahme von 1.000mg empfohlen.

Wie viel Calcium steckt drin?

Nahrungsmitteln, die eine besonders leicht aufzunehmende Form von Calcium enthalten, sind Milch (120mg/100ml) und Milchprodukte und darunter besonders Hartkäse (1.290mg/100g).
Auch einige Gemüsesorten (wie Grünkohl 230mg/100g, Broccoli (110mg/100g) und Mangold 100mg/100g), Nüsse (Haselnuss 680mg/100g, Mandel (264mg/100g) und manche Sorten Mineralwasser sind gute Calciumquellen.

Deckung des Tagesbedarfs:

• 1 Liter Milch
• 1Scheibe Emmentaler (30g) plus 1 Becher Joghurt (150g) plus ¼ Liter Milch plus 1 Portion Mangold (150g)
• 1/2 Liter Milch plus 2 Scheiben Gouda (50g)
• Grünkohl (200g) plus ½ Liter Buttermilch

Was passiert bei einem Calciummangel?

Bei einer zu geringen Calciumzufuhr wird über einen komplizierten Mechanismus Calcium aus dem Knochengewebsspeicher gelöst, um die für die anderen Funktionen nötige Calciumkonzentration im Blut aufrecht zu erhalten. Die Festigkeit des Knochens nimmt dabei ab, die Gefahr von Brüchen nimmt zu. Eine unzureichende Calciumzufuhr im Wachstum wird als Risikofaktor für die Entstehung von Osteoporose im Alter angesehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Osteoporose auf die Liste der zehn bedeutendsten Krankheiten der Welt gesetzt. Auch in Deutschland ist Osteoporose mittlerweile eine Volkskrankheit – etwa 7 Millionen Menschen sind bei uns davon betroffen, Frauen dabei deutlich häufiger als Männer. Dabei ist Osteoporose längst nicht mehr nur eine Frauenkrankheit: Neben einem Drittel aller Frauen leidet bereits jeder fünfte Mann ab 50 darunter.
Bei Kindern im Wachstum kann eine extreme Unterversorgung auch zu Rachitis und zu einer verlangsamten Entwicklung führen.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass durch die ergänzende Zufuhr von Calcium bei Schulkindern auf die empfohlene Menge eine erhöhte Mineralisierung der Knochen erreicht wurde. Jedoch ist der Knochen kein totes Material, sondern unterliegt ständigen Auf- und Abbauprozessen. Einige Studien, allerdings nicht alle, zeigten einige Jahre nach Beendigung, dass die verbesserte Mineralisierung der Knochen bei den Studienteilnehmer nicht mehr nachweisbar war. Dies bedeutet, dass eine ausreichende Calciumzufuhr lebenslang wichtig ist, um die Knochen zu schützen.

Weitere Symptome bei unzureichender Zufuhr an Calcium sind Muskelkrämpfe und Herzprobleme mit Bluthochdruck. Ein Mangel an Calcium kann die Folge einer zu geringen Versorgung mit Vitamin D sein.

Zu viel Calcium?

Die Gefahr einer Überversorgung mit Calcium besteht nicht, da der Körper selbst den Calciumspiegel im Blut regelt. Lediglich Krankheiten oder die Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten können zu einer Calcium-Überversorgung führen. Die Nieren können durch Kalkeinlagerungen geschädigt werden, auch kann es zu Einlagerung in den Weichgeweben wie Blutgefäßen, Herz, Lunge und Muskeln kommen. Auch bei zu viel Calcium steigt das Risiko einer Osteoporose.